Distressed M&A
Wann spricht man von Distressed M&A?
Distressed M&A liegt vor, wenn ein Unternehmen wegen Liquiditätsengpässen, Covenant-Brüchen, operativer Krise oder drohender Insolvenz verkauft wird. Der Prozess ist meist deutlich schneller und risikoreicher als ein regulärer Unternehmensverkauf.
Wie unterscheidet sich die Due Diligence?
Käufer fokussieren besonders auf Liquiditätsstatus, kurzfristige Zahlungsfähigkeit, Schulden, Sicherheiten, Kundenbindung, Lieferantenrisiken und rechtliche Haftung. Vollständige Datenräume sind oft nicht verfügbar, weshalb Risikoabschläge üblich sind.
Welche Deal-Strukturen sind typisch?
Häufig kommen Asset Deals, Insolvenzplanlösungen, Stalking-Horse-Strukturen oder sehr kurze Signing-to-Closing-Zeiträume vor. Käufer versuchen, ausgewählte Vermögenswerte zu übernehmen und problematische Verbindlichkeiten zu begrenzen.
Welche Rolle spielt Geschwindigkeit?
Zeit ist ein zentraler Werttreiber. Je länger eine Krise dauert, desto höher sind Kundenverlust, Mitarbeiterabwanderung und Liquiditätsverbrauch. Ein strukturierter M&A-Prozess kann dennoch Wettbewerb und Transparenz schaffen.
FAQ
Ist Distressed M&A nur bei insolventen Unternehmen relevant?
Nein. Auch Unternehmen vor einer Insolvenz oder in einer akuten Restrukturierung können Gegenstand von Distressed M&A sein.
Warum sind Kaufpreise bei Distressed M&A oft niedriger?
Käufer übernehmen höhere Risiken, haben weniger Zeit für Prüfung und müssen häufig zusätzlich Liquidität bereitstellen.
Können Software- oder IT-Unternehmen distressed sein?
Ja. Ursachen können Churn, Projektverluste, Finanzierungsengpässe, hohe Personalkosten oder gescheiterte Internationalisierung sein.