Net Working Capital

Net Working Capital beschreibt das im operativen Geschäft gebundene Nettoumlaufvermögen. Es wird häufig als Forderungen plus Vorräte abzüglich operativer kurzfristiger Verbindlichkeiten definiert, wobei die genaue M&A-Definition vertraglich festgelegt wird. Im Unternehmenskauf ist Net Working Capital zentral, weil Käufer ein funktionsfähiges Geschäft mit normalem Liquiditätsniveau erwarten.

Warum Net Working Capital kaufpreiswirksam ist

Ein Unternehmen benötigt operatives Working Capital, um Kunden zu bedienen, Rechnungen zu stellen und Lieferanten zu bezahlen. Liegt das Closing-Niveau unter dem vereinbarten Zielwert, kann der Kaufpreis sinken; liegt es darüber, kann er steigen.

Bestimmung eines Normalniveaus

Das Target Net Working Capital wird häufig aus historischen Monatswerten abgeleitet. Saisonale Effekte, Wachstum, Projektgeschäft, Vorauszahlungen, Forderungsalterung und einmalige Sondereffekte müssen bereinigt werden.

Besonderheiten bei SaaS und IT-Services

Bei SaaS-Unternehmen beeinflussen Vorauszahlungen und Deferred Revenue die Working-Capital-Logik. Bei IT-Services sind Projektabrechnung, unfertige Leistungen, Zahlungsziele und Subunternehmerkosten besonders wichtig.

Abgrenzung zu Net Debt

Net Working Capital betrifft operative Umlaufvermögens- und Verbindlichkeitspositionen. Net Debt betrifft Finanzschulden und Cash. Die Abgrenzung muss sauber sein, damit Positionen nicht doppelt oder gar nicht berücksichtigt werden.

FAQ

Wie wird Net Working Capital berechnet?

Häufig als Forderungen plus Vorräte minus operative kurzfristige Verbindlichkeiten. In Transaktionen zählt jedoch die konkrete Definition im Kaufvertrag.

Warum gibt es ein Target Working Capital?

Es stellt sicher, dass das Unternehmen zum Closing mit einem normalen operativen Liquiditätsniveau übergeht.

Ist niedriges Net Working Capital immer gut?

Nicht unbedingt. Es kann Effizienz zeigen, aber auch auf zu spät bezahlte Lieferanten, aggressive Forderungssteuerung oder Unterfinanzierung hinweisen.