Non-Binding Offer (NBO)

Ein Non-Binding Offer (NBO) ist ein unverbindliches Angebot eines potenziellen Käufers in einem M&A-Prozess. Es beschreibt vorläufige Kaufpreisvorstellungen, Struktur, Annahmen, Due-Diligence-Bedarf und Bedingungen, ohne bereits eine rechtlich bindende Verpflichtung zum Erwerb zu begründen. Das NBO dient der Qualifizierung und Vergleichbarkeit von Interessenten.

Warum ist ein NBO wichtig?

Das NBO hilft Verkäufern, ernsthafte Käufer von unverbindlichem Interesse zu unterscheiden. Es zwingt Interessenten, ihre Bewertung, Annahmen und Prozessfähigkeit schriftlich zu strukturieren, bevor sie weitergehenden Informationszugang erhalten.

Typische Bestandteile eines Non-Binding Offer

Ein NBO enthält meist Kaufpreisspanne oder Bewertungsmethode, Transaktionsstruktur, Annahmen zu Cash-free/Debt-free, Net Working Capital, Finanzierung, Due Diligence, Genehmigungen, Zeitplan und zentrale Vorbehalte.

Nicht bindend heißt nicht bedeutungslos

Obwohl das NBO rechtlich meist unverbindlich ist, hat es hohe verhandlungsstrategische Bedeutung. Spätere Abweichungen vom NBO müssen plausibel erklärt werden, etwa durch Due-Diligence-Ergebnisse oder geänderte Annahmen.

Abgrenzung zu LOI und Binding Offer

Ein NBO ist oft weniger detailliert als ein Letter of Intent und deutlich weniger verbindlich als ein Binding Offer. Je nach Prozess können Begriffe wie Indicative Offer und NBO allerdings ähnlich verwendet werden.

FAQ

Kann ein Käufer nach einem NBO den Preis noch ändern?

Ja, insbesondere nach Due Diligence. Wesentliche Änderungen sollten aber nachvollziehbar begründet werden.

Ist ein NBO dasselbe wie ein Letter of Intent?

Nicht immer. Ein LOI kann zusätzliche Verfahrensregeln, Exklusivität oder verbindliche Nebenpflichten enthalten.

Warum akzeptiert ein Verkäufer unverbindliche Angebote?

Weil sie eine erste Vergleichsgrundlage schaffen, bevor Käufer tiefergehende Informationen und Managementzeit erhalten.