Off-Balance Sheet Items
Warum außerbilanzielle Positionen nicht übersehen werden dürfen
Die Bilanz zeigt nicht immer alle wirtschaftlichen Verpflichtungen vollständig. Off-Balance Sheet Items können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, obwohl sie im Abschluss nur im Anhang oder in Verträgen erkennbar sind. Käufer prüfen daher über die Bilanz hinaus.
Typische Beispiele in der Due Diligence
Relevante Positionen sind Miet- und Leasingverpflichtungen, Bürgschaften, Garantien, Factoring-Programme, Rückkaufverpflichtungen, Patronatserklärungen, Lizenzverpflichtungen, Mindestabnahmen oder nicht bilanzierte Rechtsrisiken. Auch langfristige Cloud- oder Outsourcing-Verträge können wirtschaftlich bindend sein.
Auswirkung auf Net Debt und Bewertung
Je nach wirtschaftlicher Qualität werden Off-Balance Sheet Items als debt-like item, Working-Capital-Thema oder Vertragsrisiko behandelt. Dadurch können sie den Equity Value reduzieren, Garantien auslösen oder die Anforderungen an Finanzierung und Liquidität erhöhen.
Bedeutung der Rechnungslegung
Die Behandlung hängt von Rechnungslegungsstandard und Vertragsgestaltung ab. Für M&A zählt aber nicht nur die Bilanzierung, sondern die wirtschaftliche Verpflichtung. Deshalb sind Anhang, Verträge, Managementinformationen und Legal Due Diligence eng miteinander zu verknüpfen.
FAQ
Sind Off-Balance Sheet Items illegal oder falsch bilanziert?
Nein. Viele außerbilanzielle Positionen sind bilanziell zulässig. Im M&A-Kontext müssen sie trotzdem wirtschaftlich verstanden und bewertet werden.
Können Off-Balance Sheet Items den Kaufpreis senken?
Ja, wenn sie schuldähnlich sind oder künftige Cashflows belasten. Dann können sie als Net-Debt-Position, Risikoabschlag oder Garantiepunkt berücksichtigt werden.
Wo findet man solche Positionen?
In Anhängen zum Jahresabschluss, Verträgen, Leasingübersichten, Bankunterlagen, Rechtsdokumenten und Management-Reports.