Run-Rate-EBITDA
Wann Run-Rate-EBITDA verwendet wird
Run-Rate-EBITDA kommt zum Einsatz, wenn die historische Ergebnisbasis die aktuelle Unternehmensrealität nicht vollständig abbildet. Beispiele sind kürzlich gewonnene Großkunden, umgesetzte Preisanpassungen, Personalabbau, neue SaaS-Verträge oder Synergien aus bereits abgeschlossenen Add-on-Akquisitionen.
Wie die Hochrechnung funktioniert
Ausgangspunkt ist eine aktuelle Monats- oder Quartalsperformance, die auf zwölf Monate annualisiert wird. Zusätzlich können bereits implementierte, nachweisbare Maßnahmen berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass die Effekte vertraglich, operativ oder datenbasiert abgesichert sind und nicht nur auf Planungshoffnungen beruhen.
Warum Käufer Run-Rate-Annahmen kritisch prüfen
Run-Rate-EBITDA kann den Unternehmenswert deutlich erhöhen. Käufer analysieren deshalb, ob Umsatzbeiträge tatsächlich wiederkehrend sind, Kosten dauerhaft entfallen und erforderliche Zusatzkosten berücksichtigt wurden. Bei Softwareunternehmen sind Churn, Implementierungsdauer und Customer Success-Kosten besonders relevant.
Abgrenzung zu Forecast und Budget
Run-Rate-EBITDA ist keine vollständige Planung. Es annualisiert einen erreichten oder unmittelbar wirksamen Leistungsstand. Forecast und Budget enthalten dagegen breitere Zukunftsannahmen zu Markt, Wachstum, Kostenbasis und Managementzielen.
FAQ
Ist Run-Rate-EBITDA für die Bewertung zulässig?
Ja, wenn die zugrunde liegenden Effekte belastbar nachgewiesen werden können. Ohne klare Belege wird ein Käufer meist nur historisches oder normalisiertes EBITDA anerkennen.
Was ist der Unterschied zwischen Run-Rate-EBITDA und LTM EBITDA?
LTM EBITDA basiert auf den letzten zwölf Monaten. Run-Rate-EBITDA annualisiert einen aktuellen oder erwartbar wirksamen Leistungsstand.
Warum ist Run-Rate-EBITDA oft umstritten?
Weil es zukünftige oder noch nicht vollständig realisierte Effekte in die Bewertung einbezieht und dadurch Interpretationsspielräume entstehen.