Senior Debt

Senior Debt ist vorrangiges Fremdkapital, das im Insolvenz- oder Verwertungsfall vor nachrangigen Gläubigern und Eigenkapitalgebern bedient wird. Es ist häufig besichert, mit Covenants versehen und günstiger als subordinierte oder mezzanine Finanzierungen. Im M&A bildet Senior Debt oft die erste Finanzierungsschicht einer Akquisition oder Refinanzierung.

Vorrang und Risiko

Senior Debt hat aufgrund des höheren Rangs und möglicher Sicherheiten das niedrigste Kreditrisiko innerhalb der Fremdkapitalstruktur. Deshalb ist es meist der günstigste Fremdkapitalbaustein.

Rolle in der Akquisitionsfinanzierung

Käufer nutzen Senior Debt, um einen Teil des Kaufpreises fremdzufinanzieren. Kreditgeber begrenzen den Betrag anhand von EBITDA, Cashflow, Sicherheiten, Verschuldungsgrad und Planungsqualität.

Typische Vertragsbestandteile

Senior-Debt-Verträge enthalten häufig Tilgungspläne, Informationspflichten, Financial Covenants, Ausschüttungsbeschränkungen und Kontrollrechte bei Abweichungen von der Planung.

Worauf Verkäufer achten sollten

Für Verkäufer ist Senior Debt relevant, weil Bankenauflagen das Closing beeinflussen können. Finanzierungsbestätigungen, Auszahlungsvoraussetzungen und die Bonität des Finanzierungspakets sind daher deal-kritisch.

FAQ

Warum ist Senior Debt günstiger als andere Finanzierungsformen?

Senior Debt wird vorrangig zurückgezahlt und ist oft besichert. Das reduziert das Risiko für Kreditgeber und senkt die Zinsmarge.

Bedeutet Senior Debt automatisch geringe Risiken?

Nein. Auch Senior Debt kann problematisch werden, wenn Cashflows sinken, Covenants verletzt werden oder Tilgungen nicht tragfähig sind.

Welche Sicherheiten werden typischerweise verlangt?

Möglich sind Verpfändungen von Anteilen, Forderungen, Konten, IP-Rechten oder sonstigen Vermögenswerten. Bei Softwareunternehmen stehen häufig Cashflow und Vertragsqualität im Vordergrund.

Wer stellt Senior Debt bereit?

Typische Anbieter sind Banken, Debt Funds, institutionelle Kreditgeber oder Club-Deals mehrerer Finanzierer.