Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren bewertet ein Unternehmen auf Basis seiner vorhandenen Vermögenswerte abzüglich Schulden. Dabei werden stille Reserven, Marktwerte und gegebenenfalls Wiederbeschaffungswerte berücksichtigt. Im M&A-Kontext spielt das Verfahren vor allem bei asset-lastigen Unternehmen, Holdingstrukturen oder als Plausibilisierung eine Rolle, weniger bei stark ertragsorientierten Geschäftsmodellen.

Was misst der Substanzwert?

Der Substanzwert zeigt, welcher Wert in Vermögensgegenständen wie Immobilien, Maschinen, Vorräten, Beteiligungen oder IP steckt. Er beantwortet eher die Frage nach vorhandener Substanz als nach künftiger Ertragskraft.

Einsatz im M&A

Bei klassischen Produktionsunternehmen, Immobiliengesellschaften oder vermögenshaltenden Strukturen kann das Verfahren relevant sein. Bei Software- und IT-Services-Unternehmen ist es oft nur eingeschränkt aussagekräftig, weil Werttreiber immateriell und ertragsbezogen sind.

Abgrenzung zum Ertragswert

Der Ertragswert basiert auf zukünftigen Gewinnen oder Cashflows. Der Substanzwert betrachtet vorhandene Vermögenswerte. Ein profitables, skalierbares Unternehmen kann deutlich mehr wert sein als seine bilanzielle Substanz.

Stille Reserven und Bewertungsspielräume

Buchwerte entsprechen selten Marktwerten. Deshalb müssen Vermögenswerte und Schulden angepasst werden, was Gutachten, Marktpreise oder technische Bewertungen erforderlich machen kann.

FAQ

Ist der Substanzwert gleich Buchwert?

Nein. Der Substanzwert berücksichtigt idealerweise Marktwerte und stille Reserven, nicht nur Bilanzwerte.

Warum ist das Verfahren bei Softwareunternehmen begrenzt?

Weil der Wert häufig in Kundenbeziehungen, Code, Team, Marke und künftigen Erträgen liegt.

Kann der Substanzwert eine Bewertungsuntergrenze sein?

Ja, insbesondere bei vermögensintensiven oder schwach profitablen Unternehmen.