Working-Capital-Analyse
Warum Working Capital im Deal wichtig ist
Käufer erwerben ein funktionsfähiges Unternehmen und erwarten, dass ausreichend operatives Umlaufvermögen mitübergeht. Ist das Working Capital zum Closing zu niedrig, muss der Käufer zusätzliche Liquidität bereitstellen. Ist es über dem vereinbarten Zielniveau, kann der Verkäufer einen höheren Equity Value erhalten.
Wie ein Target Working Capital bestimmt wird
Häufig wird ein normalisiertes Working Capital aus historischen Monatswerten abgeleitet, zum Beispiel über einen 12- oder 24-Monatsdurchschnitt. Saisonale Effekte, starkes Wachstum, Projektgeschäft, Vorauszahlungen und außergewöhnliche Forderungs- oder Lieferantensalden müssen gesondert bewertet werden.
Besonderheiten bei Software und IT-Services
Bei SaaS-Unternehmen spielen Deferred Revenue, Vorausrechnungen, Zahlungsziele und Renewal-Zyklen eine wichtige Rolle. Bei IT-Projektgeschäften sind angefangene Leistungen, Meilensteinabrechnungen und Forderungsqualität entscheidend, weil sie Cash Conversion und Ergebnisqualität beeinflussen.
Zusammenhang mit Net Debt und Kaufpreismechanik
Working Capital und Net Debt müssen sauber voneinander abgegrenzt werden. Sonst drohen Doppelzählungen oder Lücken in der Kaufpreisanpassung. Im SPA werden deshalb Zielwert, Stichtag, Bilanzierungslogik und Berechnungsmethode präzise festgelegt.
FAQ
Was gehört typischerweise zum Working Capital?
Meist Forderungen, Vorräte und operative kurzfristige Verbindlichkeiten. Die genaue Definition wird in M&A-Transaktionen vertraglich festgelegt.
Warum wird ein Target Working Capital vereinbart?
Damit Käufer und Verkäufer ein normales operatives Liquiditätsniveau festlegen und Abweichungen zum Closing kaufpreiswirksam ausgleichen können.
Ist ein niedriges Working Capital immer gut?
Nicht unbedingt. Sehr niedriges Working Capital kann auf effiziente Prozesse hinweisen, aber auch auf aufgeschobene Zahlungen, aggressive Forderungssteuerung oder Unterfinanzierung.