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KI entwickelt sich zum zentralen M&A-Konsolidierungstreiber im IT-Services-Markt

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KI, Cloud, Data und Cybersecurity treiben die Konsolidierung im IT-Services-Markt voran und verändern zugleich Geschäftsmodelle, Bewertungslogiken und die Anforderungen von Investoren.

Technologiethemen wie Cloud-Transformation, Dateninfrastruktur, Cybersecurity und insbesondere künstliche Intelligenz treiben die Investorennachfrage nach spezialisierten IT-Services-Unternehmen und machen den Sektor gleichzeitig zu einem der aktivsten M&A-Märkte. Über die Besonderheiten von Transaktionen im IT-Services-Segment, Bewertungslogiken und aktuelle Marktentwicklungen sprechen wir mit Dieter Will, der Unternehmen und Investoren bei Technologie- und M&A-Transaktionen berät. Im Interview erläutert der Gründer und Geschäftsführer von neomerge, worauf Käufer bei IT-Dienstleistern besonders achten, wie sich der aktuelle KI-Boom auf Geschäftsmodelle und Bewertungen auswirkt und welche Trends den IT-Services-M&A-Markt in den kommenden Jahren prägen werden.

Herr Will, viele denken bei Tech-M&A vor allem an Softwareunternehmen. Was ist bei Transaktionen im IT-Services-Segment anders?

Der zentrale Unterschied liegt im Geschäftsmodell. Während Softwareunternehmen von skalierbaren Produkten profitieren, basiert der Wert eines IT-Dienstleisters vor allem auf Sektor- und Domänenwissen sowie weitreichenden Kundenzugängen. Umsätze entstehen meist projektbasiert oder über langfristige Serviceverträge. Käufer schauen deshalb sehr genau auf operative Kennzahlen wie die Auslastung der Berater, die Qualität und Stabilität der Kundenbasis, Anteile an Managed Services sowie die Verlässlichkeit der Projektpipeline.

Wie werden IT-Services-Unternehmen typischerweise bewertet?

Im Unterschied zu SaaS-Unternehmen, die häufig auf Basis wiederkehrender Umsätze und Kennzahlen wie ARR bewertet werden, erfolgt die Bewertung von IT-Services-Unternehmen typischerweise über EBIT-Multiples. Maßgeblich ist dabei vor allem das konkrete Geschäftsmodell. Der Unternehmenswert klassischer Systemhäuser liegt meist im Bereich von etwa sechs- bis achtmal dem EBIT. Für spezialisierte Cloud- oder Data-Consultancys werden regelmäßig höhere Multiples von etwa neun- bis zwölfmal EBIT gezahlt. Hoch spezialisierte Anbieter mit klarer Marktpositionierung, strategischen Kundenbeziehungen und überdurchschnittlichem Wachstum können Multiples von bis zu 20-mal EBIT liegen.

Welche Faktoren machen einen IT-Dienstleister für Käufer besonders attraktiv?

Für Käufer sind vor allem solche IT-Dienstleister attraktiv, die eine klare strategische Positionierung mit belastbaren operativen Strukturen verbinden. Besonders gefragt sind spezialisierte Anbieter in Bereichen wie Cloud, Data, Cybersecurity oder SAP-Transformation, da sich daraus überzeugende Wachstums- und Differenzierungsprofile ableiten lassen. Hinzu kommen wiederkehrende Umsätze, etwa aus Managed Services oder langfristigen Outsourcing-Verträgen, weil sie die Planbarkeit des Geschäfts erhöhen. Ebenso entscheidend sind eine diversifizierte Kundenbasis ohne wesentliche Einzelkundenabhängigkeiten sowie eine skalierbare Delivery-Struktur. Gerade diese Kombination schafft attraktive Opportunitäten für strategische Käufer und Finanzinvestoren.

Welche Auswirkungen hat der aktuelle KI-Boom auf IT-Dienstleister?

Der aktuelle KI-Boom wirkt im IT-Services-Sektor in zweifacher Hinsicht. Einerseits steigt die Nachfrage nach Beratungs- und Umsetzungsleistungen rund um Dateninfrastruktur, KI-Integration, Automatisierung und Cloud-Transformation spürbar an. Andererseits verändert KI auch die Leistungserbringung selbst. Tätigkeiten in der Softwareentwicklung, im Testing oder in der Analyse lassen sich zunehmend automatisieren, was die Produktivität erhöht, aber zugleich etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzt. IT-Dienstleister müssen ihr Leistungsportfolio daher gezielt weiterentwickeln, um von dieser Dynamik zu profitieren und ihre Marktposition langfristig zu sichern.

Welche Trends sehen Sie für die Zukunft des IT-Services-M&A-Marktes?

Für die kommenden Jahre erwarten wir im IT-Services-Markt eine anhaltend hohe M&A-Aktivität. Treiber sind insbesondere die fortschreitende Konsolidierung in spezialisierten Segmenten wie künstliche Intelligenz, Cloud, Data und Cybersecurity sowie die weiterhin hohe Relevanz von Buy-and-Build-Strategien aufseiten der Finanzinvestoren. Gleichzeitig gewinnen Managed-Services-Modelle sowie KI-nahe Beratungs- und Implementierungsdienstleistungen weiter an Bedeutung, da sie die Visibilität und Stabilität der Erträge erhöhen und für viele Geschäftsmodelle zunehmend unerlässlich werden. Insgesamt bleibt IT-Services damit ein strukturell attraktiver und strategisch relevanter M&A-Transaktionsmarkt.

Author

Dieter Will

Geschäftsführer

Dieter berät seit mehr als 15 Jahren Unternehmer, mittelständische Unternehmen, internationale Konzerne sowie Finanzinvestoren bei strategischen Fragestellungen im Rahmen von Nachfolge, M&A-Transaktionen und Finanzierungen. Vor der neomerge-Gründung baute Dieter das Beratungsgeschäft im M&A-Technologiesektor von Barclays und Rothschild im deutschsprachigen Raum aus. Davor fokussierte er sich auf die mittelständische M&A-Beratung und Wachstumskapitalbeschaffung bei KPMG. Seine Karriere startete Dieter bei UBS, wo er unter anderem M&A- und Kapitalmarkttransaktionen betreute. Dieter absolvierte den Studiengang International Management (B.Sc.) an der European Business School und hält ein Masterdiplom in Finanzen (M.Sc.) der Universität Maastricht.

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